Aktuelle Studie zur schulischen Integration

Eine aktuelle Studie, durchgeführt von einem Forschungsteam der Universität Fribourg um Gérald Bless, hat bereits bekannte Erkenntnisse bestätigt: Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung zeigen vergleichbare schulische Fortschritte, unabhängig davon, ob sie integriert in einer Regelschule oder im Rahmen einer Sonderschule gefördert werden. Die Leseleistungen sind im integrativen Setting leicht besser. Interessant ist, dass auch Alltagskompetenzen (wie beispielsweise Körperpflege) in beiden Lernumgebungen vergleichbar ausfallen.
     Die Studie – sie wurde im Auftrag der Bildungsdirektion des Kantons Zürich erstellt – wird in einem Tages-Artikel vom 30.12.2010 kurz vorgestellt. Daneben ist ein Interview mit einer 13-jährigen, integriert geschulten Schülerin mit Down-Syndrom und ihrer Mutter abgedruckt sowie ein Kommentar der für diese Beiträge verantwortlichen Journalistin.
     In ihrem Kommentar kommt die Journalistin zum Schluss, dass dieses Studie die unselige, zu dogmatisch geführte Integrationsdiskussion entkrampfen könnte, weil es ja offensichtlich nicht darauf ankomme, in welchem Setting ein Kind mit Beeinträchtigungen gefördert wird. Die erstgenannte Hoffnung ist zu unterstützen. Die zweitgenannte Einschätzung greift zu kurz: Bildung besteht nicht nur aus isolierten (curricularen) Leistungen. Gerade bezüglich überfachlicher Kompetenzen können integrative Förderformen oftmals anregendere Bedingungen bieten.

Alle Beiträge sind hier herunterladbar (pdf, 3.6 MB).
Hier kommt man zu Leserbriefen (TA vom 4. Januar 2011), die auf diesen Artikel Bezug nehmen (pdf, 0.3 MB).

N A C H T R A G : In der NZZ vom 31. Januar 2011 ist ein Artikel zur selben Studie, ergänzt durch ein Interview mit Gérald Bless, erschienen. Der Artikel kann hier heruntergeladen werden (pdf, 0.4 MB).

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