Posts tagged ‘Bildungsdirektion des Kantons Zürich’

Geniales Erklärvideo zu den SSG-Spickzetteln

Im letzten Blog-Eintrag wurde das praktische Hilfmittel SSG-Spickzettel vorgestellt. Nun hat das Schulamt der Stadt Zürich nochmals nachgelegt: Es hat ein genial gemachtes Erklärvideo entwickelt und zur freien Verfügung gestellt. Das Video zeigt in nicht einmal fünf Minuten anschaulich auf, wie vielfältig die SSG-Spickzettel eingesetzt werden können.

Das Erklärvideo kann direkt auf der Website des Schulamts oder auf YouTube angeschaut werden. Wer die Filmdatei herunterladen möchte, kann das hier tun (mp4, 42MB).

Die mündlichen Erklärungen sind in Deutschschweizer Dialekt gehalten. Deutsche Untertitel können in der YouTube-Ansicht hinzugeschaltet werden (einfach rechts unten im Videobild das «CC»-Symbol anklicken).

SSG-Spickzettel – eine praktische Hilfe fürs Schulische Standortgespräch

Das Verfahren «Schulische Standortgespräche» (SSG) kommt nicht nur im Kanton Zürich zur Anwendung, wenn es darum geht, gemeinsam mit den Eltern und dem Lernenden die aktuelle Situation konstruktiv und zielorientiert zu besprechen. Um diese Gespräche noch besser führen zu können, hat das Schulamt der Stadt Zürich ein überzeugendes Hilfsmittel in Form von acht A4-Karten entwickelt und frei zur Verfügung gestellt: die «SSG-Spickzettel». Sie können flexibel eingesetzt werden, um
– sich auf ein SSG vorzubereiten,
– im Schulteam den Umgang mit dem SSG zu thematisieren,
– an Elternabenden das SSG zu erklären
– oder am SSG selber die Gesprächsphasen zu visualisieren.

Die Karten sind doppelseitig bedruckt. Jeweils vorne ist ein bestimmter Fokuspunkt (z.B. «Schwerpunkte finden») bildlich dargestellt. Auf der Rückseite sind wichtige Erläuterung dazu in knapper Form aufgeführt.

Es gibt drei Typen von Karten: Die erste Karte ist sozusagen eine «Übersichtskarte»; auf ihr sind wichtige Informationen zum SSG zusammengefasst. Drei Karten zeigen, welche Leitgedanken hinter dem SSG stehen. Die restlichen vier Karten erläutern die vier Gesprächsphasen des SSG (Vorbereiten, Schwerpunkte finden, Verstehen, Planen und Überprüfen).

Die SSG-Spickzettel richten sich an Lehrpersonen und andere Fachpersonen, die das SSG bereits kennen. Sie eignen sich entsprechend nicht als grundlegende Einführung ins Verfahren, sondern dienen als Unterstützung, Ergänzung, Visualisierung.

Die SSG-Spickzettel können hier heruntergeladen werden (pdf-Datei, 5.4MB). Es empfiehlt sich, sie farbig und doppelseitig auf etwas festeres Papier auszudrucken. Wenn sie anschliessend auch noch laminiert werden, kommen sie perfekt daher.

Moderationsvariante für das «Schulische Standortgespräch»

ssg_maur_ausgefuelltDas Verfahren «Schulische Standortgespräche» (SSG) hat sich weit über den Kanton Zürich hinaus verbreitet. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Bandbreite der Anwendung immens ist: Einzelne Lehrpersonen gehen virtuos und im positiven Sinne kreativ mit diesem Verfahren um. Andere vermeiden die vorgesehene Gesprächsstruktur und nehmen «Abkürzungen», indem sie Gesprächsphasen überhüpfen und lediglich das Kurzprotokoll ausfüllen.

Manchmal gibt es auch gute Gründe, weshalb das SSG in der angedachten Form nicht so richtig passt. Insbesondere ist das Verfahren bei sehr grossen Runden eine enorme Herausforderung … bei Schülerinnen und Schülern mit komplexem Störungsbild können das auch einmal zehn Personen oder mehr sein. Kein Wunder, dass das Verfahren SSG hier an seine Grenzen stösst: Es wurde ursprünglich für übersichtliche Runden von vielleicht maximal sechs Personen konzipiert.

Vor einiger Zeit hat mich die Schule Maur ZH angefragt, ob ich zusammen mit ihnen eine Moderationsform überlegen könnte, die auch bei grossen Runden funktioniert, zielorientiert und irgendwie auch lustvoll ist. Gemeinsam haben wir eine Form entwickelt, die einen einfachen und klaren Ablauf hat, verschiedene Moderationsvarianten zulässt (bis hin zu dynamischen Flip-Chart-Lösungen), alle Phasen des SSG abdeckt und letztlich im wohlbekannten SSG-Kurzprotokoll mündet.

Diese SSG-Variante ist nicht nur für grosse SSG-Runden geeignet, sondern kann auch bei ganz «normalen» Schulischen Standortgesprächen verwendet werden und damit eine willkommene Abwechslung sein.

In einem zip-Ordner sind alle notwendigen Dateien enthalten: eine Kurzanleitung, Protokollblätter sowie ein ausgefülltes Beispiel.

Weniger Lehrpersonen pro Klasse: Bildungsdirektion des Kantons Zürich startet Projekt

zwei_lp_pro_klasse[Bild: NZZ] Es ist unbestritten: Die Anzahl an Lehrpersonen auf der Kindergarten- und Primarstufe hat sich in den vergangenen Jahren laufend erhöht. Verschiedene Gründe sind dafür verantwortlich: Stellenteilungen aufgrund des Wunsches nach Teilzeitpensen, der Einsatz von Fachlehrpersonen sowie der Beizug von Lehrpersonen mit Spezialfunktionen wie Integrative Förderung [IF] oder Deutsch als Zweitsprache [DaZ]). Damit werden die Schnittstellen aufwändiger. Die Klarheit, wer wofür verantwortlich ist, kann leiden.

Vor diesem Hintergrund lanciert die Bildungsdirektion des Kantons Zürich ein Projekt unter der Bezeichnung «Fokus Starke Lernbeziehung». Möglichst viele Spezialfunktionen (u.a. IF, DaZ, Begabtenförderung sowie teilweise auch Therapien) sollen integral von zwei Lehrpersonen übernommen werden. Die Bündelung dieser Ressourcen macht es möglich, dass in vielen Lektionen zwei Lehrpersonen gemeinsam eine Klasse unterrichten werden. Fehlendes Fachwissen soll innerhalb der Schule durch Beratung gesichert werden. Gemäss Projektbeschrieb sollen damit folgende Zielsetzungen erreicht werden:
– pädagogisch (konstantere Lehr-Lern-Beziehung, verbesserte Beziehungsqualität)
– schulorganisatorisch (einfachere Personal- und Stundenplangestaltung, weniger Organisations- und Koordinationsaufwand)
– schulförderlich (Verstärkung der Kompetenzen der Lehrpersonen, mehr fachlicher Austausch, Konzentration auf das pädagogische Kerngeschäft)

Die Idee leuchtet ein: Die Aufsplitterung des (sonder-)pädagogischen Auftrags auf zu viele Personen ist für alle Beteiligten unbefriedigend – nicht zuletzt für die betroffenen Schülerinnen und Schüler. In diesem Zusammenhang möchte ich an die Evaluation des (leider bald der Vergangenheit angehörenden) Grundstufenprojekts erinnern: Sie hat nachgewiesen, dass ein gemeinsam verantworteter Unterricht mit zeitlich hoch dotiertem Teamteaching die Tragfähigkeit der pädagogischen Situation deutlich erhöht. Ich empfinde es deshalb als bitter, dass ein Schulmodell beerdigt werden muss, das Kernelemente des neuen Projekts «Fokus Starke Lernbeziehung» erfolgreich umsetzt.

Dieses Projekt wirft aber auch gewichtige Fragen auf: Gelingt es, das Know-how der Lehrpersonen mit Spezialfunktionen – sie werden teilweise in einzelnen Klassen arbeiten, teilweise beratend tätig sein – in die Klassen und an die Schülerinnen und Schülern zu bringen? Erfolgt durch die Stärkung des Generalistentums eine Verflachung oder gar ein Verlust spezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten im Schulteam?

Ich bin gespannt, wie sich die Umsetzung des Projekts entwickelt, und ich erachte es als positiv, dass die Bildungdirektion grossen Wert auf dessen Begleitung und Evaluation legt. Neben strukturellen und schulorganisatorischen Fragen geht es schliesslich darum, ob der Bildungsauftrag der Volksschule in diesem Modell mindestens gleich gut umgesetzt werden kann wie in den derzeit gelebten Settings – zugunsten aller Schülerinnen und Schüler, ob mit oder ohne besonderem Förderbedarf.

Artikel der NZZ vom Do, 24.01.2013
Projektseite der Bildungsdirektion des Kantons Zürich
Video der Medienkonferenz mit Regine Aeppli (Bildungsdirektorin), Stefan Fritschi (Stadtrat Winterthur) sowie bei der Fragenbeantwortung zusätzlich Martin Wendelspiess (Chef Volksschulamt)
Medienmitteilung der Bildungsdirektion des Kantons Zürich

Zweimal Ja für die Grundstufe

In der Grundstufe sind die beiden Kindergartenjahre und die 1. Klasse zusammengefasst. Im Kanton Zürich haben sich 27 Schulgemeinden mit 87 Klassen entschlossen, dieses Schulmodell einzuführen.

Die Vorteile der Grundstufe liegen auf der Hand: In der altersdurchmischten Lerngruppe kann viel besser auf die unterschiedlichen Lerntempi der Kinder eingegangen werden. Eine breit durchgeführte Evaluation hat auch bestätigt, dass viel weniger Schüler/innen wegen Lernproblemen ausgesondert werden müssen – vor allem, weil die bisherige starre Schwelle zwischen Kindergarten und erster Klasse flexibler gehandhabt werden kann. Rasche Lerner können die Grundstufe in zwei Jahren durchlaufen. Wenn ein Kind mehr Zeit braucht, durchläuft es die Grundstufe in vier Jahren. Einschulungsklassen werden mit diesem Modell überflüssig. Die Grundstufe ist kindgerecht und integrativ.

Im Kanton Zürich wird am 25. November 2012 über zwei Vorlagen abgestimmt, welche die Grundstufe betreffen: Die «prima-Initiative» sieht eine flächendeckende Einführung dieses Modells vor. Ein regierungsrätlicher Gegenvorschlag will den Gemeinden die Wahl zwischen Kindergarten/1. Klasse und Grundstufe lassen.

Es spricht für sich: Kaum eine Grundstufen-Gemeinde will diese Schulform wieder aufgeben. Es handelt sich offensichtlich um ein Erfolgsmodell. Das möchte eine Vereinigung unter der Bezeichnung «Offenes Schulforum kindgerechte Schule» nicht wahrhaben. Ein Zitat aus dem «grossen Argumentarium», das auf ihrer Homepage heruntergeladen werden kann: «Die Kinder [in der Grundstufe] sitzen hauptsächlich am Tisch und arbeiten nach Vorlagen. Die reiche Spielumgebung ist ein Schulzimmer mit Gestellen voll von Ordnern und Förderspielen. Das gemütvolle, kindgemässe Erzählen mit unterschiedlichen Materialien wird zur Anweisung um Aufgaben auszuführen. Rituale haben keinen Platz mehr. Das selbst bestimmte Spiel und ein reichhaltiges Bewegungsangebot existiert nicht mehr.» Alle, die schon Einblick in eine Grundstufe genommen haben, entlarven diese Äusserungen als hilflose Unterstellung ohne Realitätsbezug. Ich empfinde dieses Argumentationspapier als ärgerlich und unfair.

Wer sich selbst ein Bild über die Arbeit in der Grundstufe machen will, kann über die Homepage der prima-Initiative einen Schulbesuch in einer Grundstufe in Wetzikon, Winterthur oder der Stadt Zürich vereinbaren.

Zwei lohnende Beiträge aus der NZZ vom 17.11.2012, verfasst von Walter Bernet
Artikel über die Grundstufe Elsau im Tages Anzeiger vom 10.11.2012
Interview pro und contra (Karin Maeder, Gabi Fink) im Tages Anzeiger vom 3.11.2012
Artikel NZZ vom 1. November 2012 «Putsch im Chindsgi»
Link zu einem Artikel auf TA-online vom 19.10.2012
Link zu einem Artikel auf NZZ-online vom 24.10.2012
[Bild: www.schule-sternenberg.ch]

Ungebremster Anstieg der Sonderschüler/innen im Kanton Zürich

Es braucht nicht viel Fantasie, um die weitere Entwicklung dieses Säulendiagramms vorherzusagen (Download der Graphik als pdf-Datei): Wenn keine steuernden Massnahmen ergriffen werden, wird insbesondere die «Integrierte Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule» (ISR, im Säulendiagramm blau) ungebremst weiter anwachsen.

Warum dies geschieht, hat den folgenden Zusammenhang: Die sonderpädagogischen Ressourcen im Regelschulbereich sind im Kanton Zürich kontingentiert und können von der Gemeinde nicht ausgeweitet werden. Durch das Erteilen des Etiketts «Sonderschüler» kann sich die Regelschule zusätzliche Ressourcen verschaffen. So kommt es, dass viele Kinder und Jugendliche sozusagen aus finanztechnischen Gründen zu Sonderschülern werden. Das ist nicht nur unbefriedigend, sondern stossend.

Was ist zu tun? Solange neben einem kontingentierten System (Sonderpädagogik in der Regelschule) ein gegen oben offenes System (zusätzliche Ressourcen durch Sonderschulstatus) besteht, wird sich nichts ändern. Es ist aber absehbar, dass ausufernde Schulbudgets in den Gemeinden unter Druck geraten und reduziert werden müssen. Man sollte es nicht so weit kommen lassen, weil die Gefahr besteht, die erzwungenen Reduktionen hastig, wenig reflektiert (und deshalb am falschen Ort) zu tätigen.

Ein möglicherweise besserer Weg könnte die folgenden Elemente umfassen:
• Es braucht eine Setzung, wie hoch der maximal gewollte Anteil an Sonderschülerinnen und Sonderschülern im Kanton sein soll. Weil die Sonderschulquote in den letzten Jahren laufend angestiegen ist, muss von einer «Grauzonenklientel» ausgegangen werden, welche in erster Linie aus Gründen der Ressourcengenerierung mit dem Sonderschulstatus versehen wurde. Entsprechend ist nicht zu erwarten, dass diese Regelung dazu führt, dass der Unterstützungsanspruch schwerer behinderter Schülerinnen und Schüler in Frage gestellt wird.
• Weil es die Schulgemeinden sind, die den Sonderschulstatus von Schüler/innen aussprechen, hat der Kanton keinen direkten Einfluss auf diese Entscheidungen. Indirekt könnte er jedoch die separativen Sonderschulplätze durch eine kantonale Angebotsplanung und daraus abgeleitete Leistungsvereinbarungen mit den Sonderschulinstitutionen steuern. Ein schrittweiser Abbau eines Teils der Sonderschulplätze wäre angesichts vermehrter integrativer Sonderschulungen nur logisch: Es braucht eine angemessene Umlagerung von Ressourcen, die heute in den Sonderschulen gebunden sind, um die Regelschule wirksam stärken zu können.
• Für die Gemeinden könnte der Kanton die Empfehlung einer Bandbreite ihrer Sonderschülerquote aussprechen. Es ist absehbar, dass viele Gemeinden dankbar wären um eine verbindliche Zielgrösse, an der sich die Schulleitungen und die abklärenden Dienste orientieren könnten. Die diagnostische Triage sollte mehr zielorientiert als defizitorientiert sein, was durch die Einführung des Standardisierten Abklärungsverfahrens erleichtert würde.
• In absehbarer Zeit sollten zudem Wege gefunden werden, belastete Regelschulklassen mit zusätzlichen Ressourcen zu unterstützen, ohne dass dazu ein einzelnes Kind herausgepflückt und als Sonderschüler/in «gelabelt» werden muss. Die Sonderschulquoten-Bandbreite der Gemeinde könnte parallel dazu heruntergefahren werden.

Artikel NZZ vom 6.10.2012 (pdf-Datei, 0.9 MB)
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrats des Kantons Zürich vom 26.9.2012 (pdf-Datei, 0.1 MB)
Artikel Tages Anzeiger vom 17.11.2012 «Kampf gegen die Kostenexplosion in den Sonderschulen» (pdf-Datei, 0.7 MB)

Klassenassistenzen stärken die integrative Schule

In Sonderschulen sind sie seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil: Klassenassistenzen, Schulhilfen, Pädagogische Mitarbeiter/innen, Zivildienstleistende. In Regelschulen taucht diese Personalkategorie immer häufiger auf – meist aufgrund bestimmter Drucksituationen. Entsprechend ist die konzeptuelle Verankerung oftmals dürftig. Teilweise herrscht auch berufspolitische Skepsis: Die Befürchtung wird laut, dass mit dem Einsatz von Schulassistenzen Fachpersonal weggespart wird.

Ein Blick in Schulen vieler Länder hat mir gezeigt, dass die integrative Schule durch Assistenzpersonen klar gestärkt und tragfähiger gemacht werden kann. Es braucht aber konzeptuelle Leitplanken (namentlich die Klärung der pädagogischen Gesamtverantwortung für eine Klasse oder auch für einzelne Kinder). Und: Je nach Zusammensetzung und pädagogischem Bedarf einer Klasse sollte entschieden werden, welche Kompetenzen neben der Klassenlehrperson nötig sind, um eine gute Förderung aller Schülerinnen und Schüler zu erreichen (Assistenz? zusätzliche Regellehrperson? verstärkter Einsatz der Fachperson in Schulischer Heilpädagogik?). Dabei müssen Schwerpunkte gesetzt werden, damit die Anzahl Bezugspersonen pro Klasse möglichst gering bleibt.

So weit wie organisatorisch möglich soll jede Berufsgruppe so tätig sein können, dass es für den gemeinsamen pädagogischen Auftrag in der betreffenden Klasse oder Schule Sinn macht (Assistenzpersonen darf keine alleinige Förderverantwortung übertragen werden; Fachpersonen in Schulischer Heilpädagogik sollen nicht als Hilfslehrpersonen eingesetzt werden). Nur so kann ein weiteres, wichtiges Ziel erreicht werden: Mit den begrenzten finanziellen Mitteln wird die grösstmögliche Wirkung erzielt.

⇒ Im Schulblatt des Kantons Zürich (2/2012) ist ein lesenswerter Beitrag zum Thema erschienen: Die Schule Rorbas-Freienstein berichtet über ihre Erfahrungen mit der Einführung von Schulassistenzen (pdf, 0.3 MB).

⇒ Die Neuen Zürcher Zeitung berichtet am 13. April 2012 über die Erfahrungen der Sekundarschule Petermoos in Buchs ZH mit Klassenassistenzen (pdf, 0.3 MB).

[Bild: Schulblatt des Kantons Zürich]

Erfolgreiche gymnasiale Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund

[Bild: Tages-Anzeiger] Für das Gymnasium Unterstrass war der Freitag der 13. (April 2012) kein Unglückstag – vielmehr gab es etwas zu feiern: Die vierte Generation von ChagALL-Jugendlichen konnte aufgenommen werden. Zudem konnte die an der Feier anwesende Bildungsdirektorin Regine Aeppli bestätigen, dass der Kanton Zürich dieses erfolgreiche Projekt ab sofort massgeblich mitfinanziert.

Worum geht es? ChagALL steht für «Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn». Begabte Jugendliche mit Migrationshintergrund, die nicht auf die Unterstützung eines bildungsnahen Elternhauses zählen können, werden während der Sekundarschulzeit gezielt auf den Gymnasiumseintritt hin unterstützt. Für die Jugendlichen bedeutet dies einen gewaltigen Zusatzaufwand: Jeden Mittwochnachmittag und etliche Samstage haben sie zusätzlich die Schulbank zu drücken. Erfreulich viel schaffen jedoch den Übertritt ins Gymnasium, und die Mehrheit von ihnen bleibt auch da.

Dieses Modell müsste vermehrt Schule machen. Wir können und dürfen es uns nicht leisten, das Potential von motivierten Jugendlichen mit Migrationshintergrund brach liegen zu lassen.

Der Beitrag des Kantons deckt nicht alle Kosten dieses Unterstützungsprojekts. Zuwendungen auf das Postkonto 80-2440-7 (Gymnasium Unterstrass, Zürich) sind gut investiert.

⇒ Link zum Förderprogramm ChagALL des Gymnasiums Unterstrass
⇒ Link zum Radiobeitrag vom 13.04.2012 (Radio DRS 1, Regionaljournal Zürich-Schaffhausen)
⇒ Artikel Tagesanzeiger vom 14. April 2012 (pdf, 0.3 MB)
⇒ Artikel Neue Zürcher Zeitung vom 14. April 2012 (0.3 MB)
Blogeintrag zum Projekt «ChagALL» Thematik vom Juni 2011

Kanton Zürich erlässt Sonderschulkonzept

Im November 2009 schickte die Bildungsdirektion ein umfassendes sonderpädagogisches Konzept in die Vernehmlassung. Aus verschiedenen Gründen fielen die Vernehmlassungsantworten kritisch aus, so dass die Bildungsdirektion diesen Konzeptvorschlag beerdigte (Download der Vernehmlassungsversion 2009; Link zu einem Blogeintrag zu dieser Thematik vom Juni 2010).

Aufgrund des Rückzugs der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) aus der Sonderschulfinanzierung braucht aber jeder Kanton ein genehmigtes Sonderschulkonzept, weil er sonst die IV-Regelungen weiterführen müsste. Das würde etliche Entwicklungen bremsen oder gar verunmöglichen. Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat sich nun entschlossen, ein sehr knappes Konzept vorzulegen – aus der Überlegung heraus, dass die notwendigen Regelungen auf den Ebenen Gesetz und Verordnungen bereits bestehen.

Das neue Konzept umfasst lediglich vier Seiten – 51 Seiten weniger als der Vernehmlassungsentwurf 2009 – und wurde am 21. Dezember 2011 von der Bildungsdirektion verfügt. Es konzentriert sich auf die wichtigsten Angaben mit Verweisen zum Volksschulgesetz und den dazugehörigen Verordnungen
– zum Angebot der Sonderschulung,
– zu Bewilligungskriterien von Sonderschuleinrichtungen,
– zum Zuweisungsverfahren,
– zum Vorrang integrativer Lösungen
– sowie zur Finanzierung.

⇒ Download des neuen Sonderschulkonzepts