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Überarbeitete Version des «Standardisierten Abklärungsverahrens» (SAV) liegt vor

sav_2014Als die erste Version des «Standardisierten Abklärungsverfahrens» (SAV) im Frühling 2011 veröffentlicht wurde, konnte man bereits auf eine gewisse Praxiserfahrung bauen. Denn schliesslich wurde das Verfahren nicht von Judith Hollenweger (PHZH), Peter Lienhard (HfH) und Patrick Bonvin (HEP-VD) allein entwickelt, sondern gemeinsam mit Dutzenden von diagnostisch tätigen Fachpersonen. Der wirklich grosse Praxistest hat aber in den letzten zwei Jahren stattgefunden, als abklärende Dienste in verschiedenen Regionen der Schweiz begonnen haben, das SAV verbindlich einzusetzen.

Im Auftrag der Schweizerischen Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK) hat das Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik (SZH) die gemachten Erfahrungen mit dem SAV systematisch erhoben. Eine gut sortierte Begleitgruppe hat diesen Prozess begleitet. Die drei Entwickeler/innen des SAV wurden in die Überarbeitung mit einbezogen.

Nun liegt die überarbeitete Form des SAV vor. Beibehalten wurden sowohl die Strukturierung in «Basisabklärung» und «Bedarfsabklärung» als auch die einzelnen Unterelemente. Verbesserungen wurden im Detail vollzogen, um mehr Klarheit und Verständlichkeit zu erlangen. Welche Anpassungen konkret gemacht wurden, ist hier beschrieben.

Besonders wichtig scheint mir die folgende Änderung zu sein: Weil das SAV einen starken Fokus auf Entwicklungs- und Bildungsziele legt, die für den betreffenden Menschen relevant erscheinen, kommt dem Element «Einschätzung der Entwicklungs- und Bildungsziele anhand von ICF-Lebensbereichen» eine zentrale Bedeutung zu. In der ersten SAV-Variante erwies sich die Gestaltung dieses Elements als zu kompliziert und kaum praxistauglich. Es wurde nun deutlich vereinfacht und erlaubt neu auch die Setzung von Schwerpunktbereichen für die zuküntige Förderung.

Das überarbeitete Handbuch ist hier herunterladbar: (pdf (0.5 MB).
Das Instrument (SAV-Formular) im Überblick (pdf (0.1 MB).
Das Wichtigste in Kürze: Was ist an der überarbeiteten Version 2014 neu? (pdf (0.2 MB).
Weitere Informationen zum Standardisierten Abklärungsverfahren gibt es hier.

Klein und innovativ: Liechtenstein präsentiert «Gesamtkonzept Fördermassnahmen»

Wissen Sie, wie sich das pädagogische und sonderpädagogische Angebot im Fürstentum Liechtenstein präsentiert? Nein? Dann sind Sie nicht allein.

Weitgehend unbeachtet von einer breiteren (schweizerischen) Öffentlichkeit wurden im Fürstentum Liechtenstein viele wichtige Entwicklungen im Bildungswesen früh, professionell und konsequent angegangen: Seit mehr als 20 Jahren gilt in der Regelschule das Prinzip der integrativen Förderung; in einzelnen Gemeinden wurden die Basisstufe, weitere altersdurchmischte Schulmodelle und Tagesschulen eingeführt; sonderpädagogische Massnahme einschliesslich Begabtenförderung stehen den Regelschulen im Rahmen eines Kontingents zur Verfügung; die Zuweisung zu verstärkten Massnahmen erfolgt entlang des «Standardisierten Abklärungsverfahrens» … um nur einige Punkte zu nennen.

Die Pädagogische Arbeitsstelle des Schulamts stellt nun alle diese Entwicklungen im Gesamtkonzept «Fördermassnahmen im liechtensteinischen Bildungswesen» dar. Was gefällt mir an diesem Konzept besonders? Es ist schlank gehalten und sehr verständlich geschrieben. Wer sich in eine bestimmte Thematik vertiefen will, wird auf die entsprechenden Dokumente verwiesen. Hilfreich ist die Orientierung nach Farben (siehe Puzzleteile auf dem Bild), so dass die einzelnen Massnahmen textlich jederzeit dem entsprechenden Bereich zugeordnet werden können. Und schliesslich gefällt mir, dass die Terminologie konsequent dem Sonderpädagogik-Konkordat der EDK folgt – obwohl das Fürstentum Liechtenstein (noch) nicht beigetreten ist.

Selbstverständlich: Auch im Ländle kocht man nur mit Wasser. Aber man tut es professionell: Im Fürstentum Liechtenstein sind verschiedene Entwicklungen bereits etabliert, die in verschiedenen Kantonen noch veritable Baustellen sind. Ein Blick dieser Kantone über den östlichen Rhein könnte sich deshalb lohnen.

Homepage des Schulamtes im Fürstentum Liechtenstein
Link zum Download des «Gesamtkonzepts Fördermassnahmen»

Standardisiertes Abklärungsverfahren liegt in der Endversion vor

In der Schweiz hat sich die Invalidenversicherung (IV) aus der Sonderschulfinanzierung zurückgezogen. Neu sind die Kantone für die Bildung aller Kinder und Jugendlicher – ob ohne oder mit Beeinträchtigungen – verantwortlich. Zur Unterstützung der Feststellung des individuellen Bedarfs wurde von der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren (EDK) die Ausarbeitung eines «Standardisierten Abklärungsverfahrens» (SAV) in Auftrag gegeben. Inzwischen liegt das SAV-Dossier, datiert vom 16. April 2011, in der Endversion vor: deutschsprachige Version, pdf 2.5 MB | version française, pdf 2.7 MB

Weitere Informationen:
– Link zur Projekt-Homepage
– Link zu vertiefenden Informationen und Materialien zum Standardisierten Abklärungsverfahren (in der Auswahl links auf «Standardisiertes Abklärungsverfahren» klicken)
– EDK-Entscheid «Verabschiedung des allgemeinen Konzepts des ’standardisierten Abklärungsverfahrens zur Vermittlung des individuellen Bedarfs’» pdf 0.5 MB | EDK-Mitteilung «Neues Abklärungsverfahren Sonderpädagogik» pdf 0.1 MB

Standardisiertes Abklärungsverfahren für die Ermittlung des individuellen Bedarfs verabschiedet

In der Schweiz hat sich die Invalidenversicherung (IV) aus der Sonderschulfinanzierung zurückgezogen. Neu sind die Kantone für die Bildung aller Kinder und Jugendlicher – ob ohne oder mit Beeinträchtigung – verantwortlich. Unter den Regelungen der IV musste ein schädigungsbezogenes Kriterium nachgewiesen werden, um Gelder für eine zusätzliche Förderung auszulösen. Dieser Fokus hatte etliche Nachteile: Ein bestimmter IQ sagt einem noch nicht, welchen Förderbedarf ein Kind hat … und wenn eine Kind eine Beeinträchtigung hatte, zu der es kein IV-Kriterium gab, hatte es entweder Pech – oder man musste im diagnostischen Prozess irgend ein IV-Kriterium «hinbiegen».

In den vergangenen Jahren wurde im Rahmen eines breit abgestützten, nationalen Projekts ein «Standardisiertes Abklärungsverfahren für die Ermittlung des individuellen Bedarfs» entwickelt. Es ermöglicht eine breitere Sicht als dies beim Nachweis der IV-Kriterien der Fall war. Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren (EDK) hat das Verfahren an ihrer Plenarversammlung vom 17. Juni 2010 verabschiedet. Es wird derzeit daran gearbeitet, das Verfahren in elektronischer Form zur Verfügung zu stellen.

Das Verfahren führt selbstverständlich nicht «einfach so» zu integrativeren Lösungen. Es kann aber helfen, solche zu planen und umzusetzen, weil die frühere, recht starre Linearität (z.B.: «geistige Behinderung = Besuch einer heilpädagogischen Schule») nicht mehr zwingend gegeben ist.

Weitere Informationen:
EDK-Entscheid «Verabschiedung des allgemeinen Konzepts des ’standardisierten Abklärungsverfahrens zur Vermittlung des individuellen Bedarfs’» pdf 0.5 MB | EDK-Mitteilung «Neues Abklärungsverfahren Sonderpädagogik» pdf 0.1 MB
Link zu vertiefenden Informationen und Materialien zum Standardisierten Abklärungsverfahren
Link zur Projekt-Homepage
Bild: dpa / http://www.taz.de/!23674/