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Sympathische Plakat-Aktion zum internationalen Down-Syndrom-Tag

bilder_down_blogPlakat-Aktionen, die Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit einer Behinderung zum Thema machen, sind immer eine Gratwanderung: Wie schafft man es, diese Menschen nicht vorzuführen, zu entwerten oder zu überhöhen?

Der Fotograf Philipp Koch hat diese Herausforderung im Auftrag von insieme21 angenommen … und meines Erachtens gut gelöst. Er bat 21 Kinder und Jugendiche mit Down-Syndrom (oder eben Trisomie 21) in sein Studio, um sie in einer Lieblingsrolle oder in einer von ihnen gerne eingenommenen Pose zu fotografieren. Ein kurzes Making-of-Video zeigt, wie die Fotos entstanden sind.

Einen Tag nach dem 21. März 2014, dem internationalen Down-Syndrom-Tag, fanden in sechs verschiedenen Bahnhöfen in der Deutschschweiz Vernissagen der Plakatausstellung statt. Ich war im Hauptbahnhof Zürich dabei. Das Zusammenkommen so vieler Mädchen und Jungen mit Down-Syndrom verlief in einer eindrücklichen Stimmung mit ganz viel Lebensfreude.

Diese positive Lebenseinstellung ist auch – zugegebenermassen hart an der Grenze der Über-Emotionalität – Thema eines Videoclips, in dem sich junge Menschen mit Down-Syndrom an künftige Eltern eines Kindes mit Trisomie 21 richten.

Eine schöne Geschichte für den Neuanfang

Vielerorts beginnt in diesen Tagen die Schule – ein neuer Zyklus, zu dem wir uns gegenseitig wohl nur das Beste wünschen.

In der ZEIT vom 9. August 2012 habe ich auf der «Seite der Leser» (S. 74) einen kurzen, sehr schönen Beitrag gefunden. Jede Woche wird in der Rubrik «Zeitsprung» von einer Leserin oder einem Leser ein historisches Foto nachgestellt. Diesmal hat Dorothea Vierhuff aus Burgdorf, Niedersachsen, eine Fotoszene mit ihrem Bruder wiederholt: einmal 1952, einmal 60 Jahre später. In liebevollen Worten umschreibt sie den Lebensweg ihres Bruders, der mit dem Down-Syndrom geboren wurde.

Bild: DIE ZEIT
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Menschliche Eizellen auf eine Behinderung hin untersuchen und allenfalls zerstören – darf man das?

Ich mag die Art und Weise, wie der Moderator Frank Plasberg in seiner Sendung «hart aber fair» Themen aufgreift und diskutiert. In der Sendung vom 29.06.2011 geht es um die Frage, ob die Präimplantationsdiagnostik (PID) mehr Segen oder Fluch sei. Eine spannend zusammengesetzte Runde (Gesundheitspolitikerin, Arzt, Kirchenvertreter, betroffene Mutter sowie Guildo Horn, Musiker und Diplompädagoge [Bild]) diskutiert das Thema engagiert und zuweilen sehr emotional. Viele Fragen, die uns umtreiben mögen, kommen auf den Tisch: Ist ein mikroskopisch kleiner Zellhaufen bereits als menschliches Wesen zu betrachten? Führt die PID zu einem Dammbruch hin zum «Designerbaby nach Wunsch»? Werden Eltern, die keine pränatale Diagnostik durchführen möchten, gesellschaftlich geächtet («das hätte man nun wirklich verhindern können»)? Warum ist PID in etlichen Ländern verboten, die Abtreibung von monatealten Föten mit einer Behinderung jedoch erlaubt?

Man kann sich die rund 75 minütige Sendung als WebStream (video) anschauen oder als PodCast (audio) (Achtung: 73 MB) herunterladen.