Posts tagged ‘Schulische Standortgespräche’

Geniales Erklärvideo zu den SSG-Spickzetteln

Im letzten Blog-Eintrag wurde das praktische Hilfmittel SSG-Spickzettel vorgestellt. Nun hat das Schulamt der Stadt Zürich nochmals nachgelegt: Es hat ein genial gemachtes Erklärvideo entwickelt und zur freien Verfügung gestellt. Das Video zeigt in nicht einmal fünf Minuten anschaulich auf, wie vielfältig die SSG-Spickzettel eingesetzt werden können.

Das Erklärvideo kann direkt auf der Website des Schulamts oder auf YouTube angeschaut werden. Wer die Filmdatei herunterladen möchte, kann das hier tun (mp4, 42MB).

Die mündlichen Erklärungen sind in Deutschschweizer Dialekt gehalten. Deutsche Untertitel können in der YouTube-Ansicht hinzugeschaltet werden (einfach rechts unten im Videobild das «CC»-Symbol anklicken).

SSG-Spickzettel – eine praktische Hilfe fürs Schulische Standortgespräch

Das Verfahren «Schulische Standortgespräche» (SSG) kommt nicht nur im Kanton Zürich zur Anwendung, wenn es darum geht, gemeinsam mit den Eltern und dem Lernenden die aktuelle Situation konstruktiv und zielorientiert zu besprechen. Um diese Gespräche noch besser führen zu können, hat das Schulamt der Stadt Zürich ein überzeugendes Hilfsmittel in Form von acht A4-Karten entwickelt und frei zur Verfügung gestellt: die «SSG-Spickzettel». Sie können flexibel eingesetzt werden, um
– sich auf ein SSG vorzubereiten,
– im Schulteam den Umgang mit dem SSG zu thematisieren,
– an Elternabenden das SSG zu erklären
– oder am SSG selber die Gesprächsphasen zu visualisieren.

Die Karten sind doppelseitig bedruckt. Jeweils vorne ist ein bestimmter Fokuspunkt (z.B. «Schwerpunkte finden») bildlich dargestellt. Auf der Rückseite sind wichtige Erläuterung dazu in knapper Form aufgeführt.

Es gibt drei Typen von Karten: Die erste Karte ist sozusagen eine «Übersichtskarte»; auf ihr sind wichtige Informationen zum SSG zusammengefasst. Drei Karten zeigen, welche Leitgedanken hinter dem SSG stehen. Die restlichen vier Karten erläutern die vier Gesprächsphasen des SSG (Vorbereiten, Schwerpunkte finden, Verstehen, Planen und Überprüfen).

Die SSG-Spickzettel richten sich an Lehrpersonen und andere Fachpersonen, die das SSG bereits kennen. Sie eignen sich entsprechend nicht als grundlegende Einführung ins Verfahren, sondern dienen als Unterstützung, Ergänzung, Visualisierung.

Die SSG-Spickzettel können hier heruntergeladen werden (pdf-Datei, 5.4MB). Es empfiehlt sich, sie farbig und doppelseitig auf etwas festeres Papier auszudrucken. Wenn sie anschliessend auch noch laminiert werden, kommen sie perfekt daher.

ICF-CY-Mindmaps zur freien Verfügung

Die Arbeit mit der ICF-CY* in Buch- oder Onlineform fällt vielen Kolleginnen und Kollegen schwer, weil angesichts der zahlreichen Items der Überblick leicht verloren geht. Aus diesem Grund habe ich für Fachstellen und Schulen, die ich im Rahmen der Weiterentwicklung ihrer Förderdiagnostik und Förderplanung begleite, übersichtliche ICF-CY-Mindmaps erstellt. Ich stelle sie hier gerne zur freien Verfügung (download pdf-Datei).

*ICF-CY: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen der Weltgesundheitsorganisation WHO (Link)

Moderationsvariante für das «Schulische Standortgespräch»

ssg_maur_ausgefuelltDas Verfahren «Schulische Standortgespräche» (SSG) hat sich weit über den Kanton Zürich hinaus verbreitet. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Bandbreite der Anwendung immens ist: Einzelne Lehrpersonen gehen virtuos und im positiven Sinne kreativ mit diesem Verfahren um. Andere vermeiden die vorgesehene Gesprächsstruktur und nehmen «Abkürzungen», indem sie Gesprächsphasen überhüpfen und lediglich das Kurzprotokoll ausfüllen.

Manchmal gibt es auch gute Gründe, weshalb das SSG in der angedachten Form nicht so richtig passt. Insbesondere ist das Verfahren bei sehr grossen Runden eine enorme Herausforderung … bei Schülerinnen und Schülern mit komplexem Störungsbild können das auch einmal zehn Personen oder mehr sein. Kein Wunder, dass das Verfahren SSG hier an seine Grenzen stösst: Es wurde ursprünglich für übersichtliche Runden von vielleicht maximal sechs Personen konzipiert.

Vor einiger Zeit hat mich die Schule Maur ZH angefragt, ob ich zusammen mit ihnen eine Moderationsform überlegen könnte, die auch bei grossen Runden funktioniert, zielorientiert und irgendwie auch lustvoll ist. Gemeinsam haben wir eine Form entwickelt, die einen einfachen und klaren Ablauf hat, verschiedene Moderationsvarianten zulässt (bis hin zu dynamischen Flip-Chart-Lösungen), alle Phasen des SSG abdeckt und letztlich im wohlbekannten SSG-Kurzprotokoll mündet.

Diese SSG-Variante ist nicht nur für grosse SSG-Runden geeignet, sondern kann auch bei ganz «normalen» Schulischen Standortgesprächen verwendet werden und damit eine willkommene Abwechslung sein.

In einem zip-Ordner sind alle notwendigen Dateien enthalten: eine Kurzanleitung, Protokollblätter sowie ein ausgefülltes Beispiel.

«Rezeptbuch schulische Integration» ist in zweiter, aktualisierter Auflage erschienen

rezeptbuch_zweite_auflageIm Jahr 2011 erschien das «Rezeptbuch schulische Integration», das ich gemeinsam mit Klaus Joller-Graf und Belinda Mettauer Szaday verfasst habe. Das Interesse an diesem Buch war erfreulich: Es wurde viermal nachgedruckt.

Obwohl vier Jahre keine Ewigkeit sind, hatten wir das Bedürfnis, verschiedene Inhalte zu aktualisieren … nur einige wenige, wie wir zunächst dachten. Nach und nach entschieden wir uns jedoch, etliche Passagen zu überarbeiten:
⇒ Aktuelle Forschungsergebnisse zur Wirkung der Integration wurden eingearbeitet.
⇒ Die didaktische Prinzipien für einen guten Integrativen Unterricht wurden neu strukturiert und konkretisiert.
⇒ Das Kapitel «Förderdiagnostik und Förderplanung» wurde deutlich überarbeitet und mit einem Abschnitt zum Thema «Nachteilsausgleich» ergänzt.
⇒ Das Kapitel «So kann schulische Integration gelingen» wurde in den Bereichen «Aufgabenteilung zwischen Lehrpersonen und Fachpersonen für Schulische Heilpädagogik» sowie «Führungs- und Steuerungsaufgaben von Schulleitungen im Bereich Sonderpädagogik» angereichert.
⇒ Die Hinweise zu empfehlenswerten Büchern, Materialien und Medien wurden aktualisiert.

Das Inhaltsverzeichnis und die Vorworte zu den Auflagen 1 und 2 können hier heruntergeladen werden: pdf-Datei, 5.2 MB

Das Buch kann hier bestellt werden: direkt beim Haupt-Verlag, bei ex libris, bei buch.ch, bei amazon.de

Stein um Stein – ein empfehlenswertes Instrumentarium zur Lernstandserfassung im Kindergarten

stein_um_steinAlljährlich nach den Sommerferien: Zur Kindergartenklasse stossen rund zehn «Kleine» hinzu. Alle Kindergärtnerinnen und Kindergärtner wissen um die enorme Heterogenität bezüglich Entwicklungsstand und Kompetenzen dieser Kinder. Zusammen mit der Fachperson für Schulische Heilpädagogik gilt es, sich innert nützlicher Zeit ein Bild darüber zu machen, welche Kinder in ihrer Lernentwicklung auf besondere Unterstützung angewiesen sind.

Theres Züst, Heidi Manzanell und Conny Solcà Porcedda haben im Rahmen einer Masterarbeit an der HfH ein Instrumentarium entwickelt, das rasch, praxisnah und fachlich überzeugend einen Überblick über die Kompetenzen der einzelnen Kinder geben kann. Eingebettet in eine Zwergengeschichte werden im Rahmen einer Werkstatt mit der ganzen Klasse verschiedene Aufgaben gelöst. Dabei helfen mehrere Hilfsmittel (z.B. Werkstattpass, Klassenraster) den Überblick zu behalten. Das Instrument ist theoretisch gut abgestützt und entlang der ICF-basierten Lebensbereichen des Verfahrens «Schulische Standortgespräche» gegliedert.

Das Instrumentarium liegt inzwischen in der 3., überarbeiteten Auflage vor. Es ist im Eigenverlag der Autorinnen erschienen und kann bei Heidi Manzanell oder Conny Solcà Poercedda bezogen werden (CHF 57 inkl. Porto & Verpackung). Einführungen ins Instrumentarium durch die Autorinnen (halb- oder ganztags) sind auf Anfrage möglich.

Förderplanung auf der Basis der ICF – so kann sie gelingen

vds_sfh_smallZum 14. November 2013 wurde ich für ein Eingangsreferat nach Rostock eingeladen: Der deutsche Verband Sonderpädagogik e.V. (vds) hielt dort seine 46. Hauptversammlung ab. Erwartet wurde von mir das Aufzeigen eines Förderplanungszyklus, der sowohl in Förder- als auch in inklusiven Allgemeinen Schulen machbar ist.

Förderplanungsinstrumente bestehen ja zuhauf … das ist nicht dar Problem. Die große Herausforderung besteht darin, die Aufgabe der Förderplanung mit einem vertretbaren Aufwand leisten zu können – ohne aus fachlicher Sicht in einen Minimalismus abzugleiten. Einfache Rezepte dafür gibt es nicht; es bleibt wohl immer das Ringen nach einer möglichst optimalen Lösung.

Mein Referat ist in der aktuellen Nummer der Zeischrift für Heilpädagogik (4/2014, 128-136) nachzulesen. Eine Probeseite (die erste Seite des Artikels) ist hier herunterladbar. Die Zeitschrift für Heilpädagogik kann man hier erwerben – als Einzelnummer oder im Abonnement.

Die Unterlagen, die ich den Zuhörenden des Referats vom 14.11.2013 zur Verfügung stellte (Folien und weitere Materialien), sind hier herunterladbar.

Blog «Integrative Schule» ist als Buch erschienen

bild_bloggingbook_lienhardEin Blog in Buchform … macht das Sinn? Diese Frage stellte sich mir, als eine Mitarbeiterin des Verlags «bloggingbooks» mit der Anfrage auf mich zukam, ob ich meinen Blog als Buch veröffentlichen möchte. Ich liess mich nach einigem Zögern schliesslich davon überzeugen, dass es durchaus Sinn machen könnte, das eher flüchtige Medium «Blog» so zu bearbeiten, dass es in der Darbietungsform «Buch» eine Berechtigung erlangen könnte.

Ich habe meine Blogbeiträge zunächst kritisch durchforstet: Allzu situative, nur kurzfristig interessante Beiträge habe ich gekippt. Die verbleibenden habe ich nach vier Themenschwerpunkten geordnet:
• Internationale Einblicke in integrative Schulen
• Umsetzung der Integration in Schule und Unterricht
• Diagnostik, Zusammenarbeit und Förderplanung
• Konzeptuelle und bildungspolitische Perspektiven der schulischen Integration

Natürlich hat dieses handliche Büchlein (74 Seiten) durchaus gewisse Parallelen zur Publikation Rezeptbuch schulische Integration, doch ist der Charakter der Schreibweise ein ziemlich anderer – wie dies eben in einem Blog so die Regel ist. Und weil die einzelnen Beiträge relativ kurz sind (eine halbe bis zwei Seiten), eignet sich diese Broschüre durchaus für den Nachttisch, das Klo oder die Kaffee-Ecke im Lehrerzimmer.

Weitere Informationen: Inhaltsverzeichnis (pdf-Datei) und «Werbeposter» (A3-Format, grössere pdf-Datei)

Bestellmöglichkeit via Ex Libris oder Amazon Deutschland

Nachtrag vom 12.12.2013: Das Buch ist neu auch für rund 3€ als Kindle-Edition erhältlich.

Förderdiagnostisches Praxismodell für die Sekundarstufe I

Roger Mäder und Jürg Senn arbeiten als Schulische Heilpädagogen an der Sekundarschule in Pratteln im Kanton Basel-Landschaft. Sie haben eine förderdiagnostische Konzeption erarbeitet, die bezüglich fachlicher Abstützung, Klarheit und Praxisfreundlichkeit ihresgleichen sucht.

Im Rahmen einer sorgfältig nachgeführten Internetseite stellen sie in verdankenswerter Weise alle Unterlagen gut dokumentiert frei zur Verfügung.

Auch wenn diese Konzeption für die Sekundarstufe I entwickelt wurde: Das Förderdiagnostische Praxismodell eignet sich durchaus auch für die Anwendung auf der Primarstufe.

Download der Präsentation (pptx, 9 MB) sowie des Handbuchs (pdf, 5 MB)

Neues Standardwerk zum Thema Förderplanung erschienen

Gibt es nicht schon genügend Publikationen im Themenkreis der Förderdiagnostik und Förderplanung? Diese Frage ist deutlich zu verneinen, wenn man das eben erschienene Buch «Sonderpädagogische Förderung gemeinsam planen» vor sich hat. Es beginnt mit einer überzeugenden, gut verständlichen Begründung, weshalb Förderplanung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen nicht dem Zufall überlassen werden darf. Im Folgenden werden verschiedene konkrete Umsetzungsformen der Förderplanung aufgezeigt. Diese Darstellungen erfolgen entlang einer einheitlichen Struktur (Anwendungsbereich | Theoretischer Hintergrund | Struktur und Aufbau des Instruments | Technische Hinweise zum Instrument), was sich als hilfreich erweist und Vergleiche der Unterschiede, Stärken und Grenzen der Verfahren ermöglicht. Das Buch schliesst mit Konsequenzen und Erfordernissen für die Aus- und Weiterbildung.

Diese Publikation ist ein Gemeinschaftswerk von Fachpersonen verschiedener Fachhochschulen der deutschsprachigen Schweiz. Entstanden ist ein praxisorientiertes, fachlich überzeugendes Buch, das mit Sicherheit den Status eines Standardwerks einnehmen wird.

Bestell-Link zur PHZH, zu buch.ch und zu amazon.de

Luder, Reto; Gschwend, Raphael; Kunz, André; Diezi-Duplain, Peter (Hrsg.) (2011). Sonderpädagogische Förderung gemeinsam planen. Grundlagen, Modelle und Instrumente für eine interdisziplinäre Praxis. Zürich: Verlag Pastalozzianum an der Pädagogischen Hochschule Zürich (157 S.).

Formulare für das Verfahren «Schulische Standortgespräche» liegen in aktualisierter Form vor

Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat die Formulare für das Verfahren «Schulische Standortgespräche» (SSG) neu aufgelegt und online gestellt. Sie sind als einzelne pdf-Dokumente auf der Homepage des Zürcher Volksschulamts (VSA) herunterladbar.

Weil etliche Formulare in zehn Sprachen zur Verfügung stehen, ergeben sich gegen hundert Einzeldateien. Ich habe alle heruntergeladen und in einem zip-Ordner (9.6 MB) zusammengefasst.

Die Formulare sehen nach wie vor gleich aus. Inhaltlich wurden nur kleine begriffliche Optimierungen vorgenommen. Neu sind die Formulare durchnummeriert: Hauptorientierung Primar-Sek ⇒ Formular Nr. 1; Hauptorientierung Kindergarten ⇒ Formular Nr. 2; Hauptorientierung: Grundstufe ⇒ Formular Nr. 3; so genanntes «Basisformular», das für Kinder und Jugendliche mit erheblichen kognitiven Beeinträchtigungen verwendet werden kann, wenn die übrigen Formulare einen zu hohen Kompetenzgrad ansprechen ⇒ Formular Nr. 4 (dieses Formular ist eine Neuentwicklung).

Das VSA hat sich für Nummern entschieden, weil auf diese Weise z.B. das Grundstufenformular bei einem Schüler mit geistiger Behinderung in der 4. Klasse angewendet werden kann, ohne dass unten am Blatt «Vorbereitungsformular Grundstufe» steht . . . es ist nun einfach mit «Volksschule 3» bezeichnet.

Zusätzlich wurden neu auch Formulare für den Frühbereich entwickelt. Diese sollen von der HFE-Fachperson dann zur Anwendung kommen, wenn der Eintritt ins obligatorische Bildungssystem (Kindergarten oder Grundstufe) ansteht.

Lehrvideos «Schulische Standortgespräche moderieren – (k)ein Kunststück!»

Steff Aellig, Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich (HfH), hat mit Unterstützung von verschiedenen Personen (u.a. Reto Luder, Pädagogische Hochschule Zürich (PHZH), und Raphael Geschwend, pulsmesser.ch) kurze Lehrfilme zum Schulischen Standortgespräch produziert. Sehr anschaulich wird anhand von zwei konkreten Standortgesprächen gezeigt, wie dessen Ablauf aussieht, wie alle Beteiligten wirklich einbezogen werden können und worauf bei der Moderation zu achten ist.

Beispiel mit einem Schüler im Altersspektrum von 9 bis 16 Jahren: Link zu Teil 1Link zu Teil 2

Beispiel mit einer Schülerin im Altersspektrum von 4 bis 8 Jahren: Link zu Teil 1Link zu Teil 2

Bonus: Fragen und Antworten von Fachleuten

Nachtrag: Im September 2011 hat ein Team der Pädagogischen Hochschule Zürich ein 22-minütiges Video eines Schulischen Standortgespräches rund um einen Schüler der Sekundarstufe auf YouTube veröffentlicht.

Standortgespräche unter Einbezug jüngerer Schülerinnen und Schüler

Bei Standortgesprächen stellt sich immer die Frage, ob (und falls ja, ab welchem Alter) die Schülerin oder der Schüler selbst teilnehmen soll. Nicht selten wird davon abgesehen, weil die Gesprächsform «über den Kopf des Kindes hinweg» gestaltet wird.

Innovative Grundstufenlehrpersonen haben ein Verfahren entwickelt, um Standortgespräche mit Kindern ab dem Alter von rund sechs Jahren durchführen zu können. In der Zeitschrift «4bis8» ist ein entsprechender Artikel zu finden (Ausgabe Oktober 2010, Autorenteam R. Beck, K. Grundkötter, P. Lienhard, H. Schelbert). Die Materialien sind auf das im Kanton Zürich entwickelte Verfahren «Schulische Standortgespräche» abgestimmt.

Hilfsmaterialien zu diesen Gesprächen werden von den Entwicklerinnen und Entwicklern – besonders zu erwähnen sind Klaus Grundkötter [Text] und Christine Betschon [Bilder] – kostenlos zur Verfügung gestellt. Hier kann eine zip-Datei heruntergeladen werden, die auch eine Anleitung enthält. Kommentierte Referatsfolien können hier heruntergeladen werden.

Im Artikel «Damit alle vom Gleichen reden» (Zeitschrift 4bis8, Autorenteam Beck, Grundkötter, Lienhard & Schelbert) wird das Verfahren kurz und knapp erklärt.

Bild: Grundstufenlehrer Klaus-Peter Grundkötter führt mit einem Schüler ein vorbereitendes Standortgespräch durch. Erkennbar ist eine von mehreren Wort/Bildkarten sowie eine Smilie-Ratingskala.

Schulisches Standortgespräch für alle Schüler/innen einer Klasse?

Vorbemerkung: Dieser Blog-Beitrag wurde im Januar 2010 erstellt. Aufgrund positiver Rückmeldungen aus der Praxis habe ich den Beitrag nochmals etwas prominenter platziert.

Das Verfahren «Schulische Standortgespräche» wurde an der Volksschule des Kantons Zürich verbindlich eingeführt (Handreichung des Volksschulamtes des Kantons Zürich; Bezugsquelle der Broschüre: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich). Es kommt immer dann zum Zug, wenn
– aus irgend einem Grund Bedarf nach einem strukturierten, vertieften Gespräch besteht,
– bei einer Schülerin oder einem Schüler ein besonderer Förderbedarf geprüft werden soll
– oder wenn bereits eine sonderpädagogische Massnahme durchgeführt wird.

Einige Schulen überlegen sich, ob das Verfahren in einer allenfalls leicht veränderter Form auch für jährliche Standortgespräche mit allen Schülerinnen und Schülern angewendet werden könnte … aus der Überlegung heraus, dass es eigentlich alle Kinder und Jugendlichen verdient haben, wenn man einmal pro Jahr ein individuumsbezogenes, zielorientiertes Gespräch durchführt. Hier stellt sich die Frage, ob leicht angepasste Protokollformulare sinnvoll wären. Hier findet man den Vorschlag eines solchen vereinfachten Protokollformulars. Es kann bei dieser Anwendungsform des Schulischen Standortgesprächs die zweite und dritte reguläre Protokollseite ersetzen.

Anregungen | Erfahrungs-Rückmeldungen | Anpassungsvorschläge sind willkommen.
Link zum Download des Formularvorschlags (Word)

Über diesen Link sind kommentierte Einführungs- und Vertiefungsreferate zum Schulischen Standortgespräch zu finden.

Integrations-Vorbild Neuseeland

Wenn der fünfte Geburtstag eines neuseeländischen Kindes naht, werden Schnupperaufenthalte in der Schule im Dorf oder im Stadtquartier, wo es wohnt, gemacht. Denn: Gleich am nächsten Tag nach seinem Geburtstag tritt das Kind in die Schule ein … ob das nun zu Beginn oder mitten im Schuljahr ist. Das gilt für sämtliche Kinder, auch für diejenigen mit einer Behinderung.

Kinder mit einer signifikanten Behinderung haben vorher meist heilpädagogische Früherziehung erhalten. Wenn nun dieses Kind in die Schule eintritt, werden die notwendigen Vorkehrungen getroffen: Ist ein Kind körperbehindert, werden wenn nötig Rampen und behindertengerechte Sanitärräume gebaut. Schulassistenzen werden organisiert – je nach Bedürfnis des Kindes mit geeigneten Vorkenntnissen. Behindertenspezifische Beratung, beispielsweise beim Vorliegen Sinnes- oder einer geistigen Behinderung, wird verbindlich geplant … und die Lehrpersonen machen gezielte Weiterbildungen, um auf die pädagogischen Bedürfnisse dieses Kindes vorbereitet zu sein. Beim Vorliegen einer Verhaltensauffälligkeit stehen im weiteren Verlauf regionale Beratungslehrpersonen zur Verfügung, um die Schule im Umgang mit diesem Kind zu beraten und zu unterstützen.

Alle diese Mehraufwendungen müssen bei einer nationalen Stelle beantragt werden und werden vom Staat finanziert. Die Schulen erhalten die entsprechenden Finanzen und haben recht grosse Freiheiten, wie sie diese einsetzen. So können auch in Dorfschulen passende personelle Lösungen gefunden werden.

Der Unterricht erfolgt in altersdurchmischten Gruppen und in differenzierter Art und Weise. Es gehört dazu, dass auf verschiedenen Niveaus gearbeitet wird. Die Kinder sind es gewohnt, allein und in Gruppen tätig zu sein. Die Lehrperson nimmt immer wieder eine Gruppe zusammen, um einen Lerninhalt einzuführen oder zu vertiefen. In den Klassen herrscht eine konzentrierte, aber doch entspannte Arbeitsatmosphäre.

Für Kinder mit Beeinträchtigung erstellt die Klassenlehrperson einen individuellen Förderplan. Sie wird dabei von behinderungsspezifischen Fachpersonen unterstützt. Standortgespräche werden halbjährlich durchgeführt.

Es ist faszinierend, was in einer Schule passiert, wenn keine Sonderschulen zur Verfügung stehen: Sie fühlt sich für alle Schülerinnen und Schüler verantwortlich und findet ganz selbstverständlich tragfähige Lösungen, die für mich als Aussenstehenden absolut überzeugend sind. Es tut gut, über den Grenzzaun zu blicken. Es ist so viel mehr möglich, als man sich das gemeinhin vorstellt …

Allgemeine Infos zur Sonderpädagogik in Neuseeland findet man hier.

Spezielle Informationen zu Richtlinien für die Integration, Kriterien zum Erhalt zusätzlicher Ressourcen, individuelle Erziehungspläne u.a.m. findet man hier.