{"id":375,"date":"2010-06-04T15:01:52","date_gmt":"2010-06-04T14:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/peterlienhard.ch\/blog\/?p=375"},"modified":"2010-06-06T13:19:30","modified_gmt":"2010-06-06T12:19:30","slug":"integrative-schule-und-was-kommt-dann-schweden-geht-mit-gutem-beispiel-voran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/peterlienhard.ch\/blog\/?p=375","title":{"rendered":"Integrative Schule &#8230; und was kommt dann? Schweden geht mit gutem Beispiel voran"},"content":{"rendered":"<p>Im Reichsgymnasium in Kristianstad wechseln sich ganz normale Gymnasialklassen ab mit Lerngruppen von Jugendlichen mit k\u00f6rperlicher Behinderung und solchen von Jugendlichen mit geistiger Behinderung &#8230; alles unter einem Dach.<\/p>\n<p>Einige Worte zum Schulsystem in Schweden: Vom Vorkindergarten bis zum Abschluss der obligatorischen Schule lernen die Kinder und Jugendlichen grunds\u00e4tzlich gemeinsam. Eine Aufteilung beispielsweise in verschiedene Schultypen auf der Sekundarstufe I gibt es nicht. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit Behinderung werden wenn m\u00f6glich integrativ geschult. Es gibt aber auch Sonderschulen, wobei diese praktisch immer auf dem Gel\u00e4nde einer Regelschule angesiedelt sind. Die Eltern k\u00f6nnen w\u00e4hlen, ob ihr Kind integrativ oder separativ geschult werden soll.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/peterlienhard.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/kristianstad_gymnasium.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/peterlienhard.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/kristianstad_gymnasium-300x150.jpg\" alt=\"\" title=\"kristianstad_gymnasium\" width=\"300\" height=\"150\" class=\"alignleft size-medium wp-image-379\" srcset=\"https:\/\/peterlienhard.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/kristianstad_gymnasium-300x150.jpg 300w, https:\/\/peterlienhard.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/kristianstad_gymnasium.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wie geht es nach dem Abschluss der obligatorischen Schule weiter? Die Mehrheit der Jugendlichen besucht das Gymnasium. Dieses hat in Schweden eine breitere Aufgabe als in Deutschland, \u00d6sterreich oder der Schweiz. Die Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren k\u00f6nnen aus 17 unterschiedlichen Profilen ausw\u00e4hlen. Die meisten Profile beinhalten eine berufliche Grundausbildung, zwei bereiten gezielt auf die Hochschulreife vor.<\/p>\n<p>In diesem Umfeld macht die volle Integration von Jugendlichen mit geistiger Behinderung in diese Profilklassen wenig Sinn. Um dennoch eine gr\u00f6sstm\u00f6gliche Integration verwirklichen zu k\u00f6nnen, sind Sonderschulklassen im \u00abnormalen\u00bb\u00a0Gymnasiumsgeb\u00e4ude untergebracht. Spezialr\u00e4ume, Pauseneinrichtungen und die Mensa werden gemeinsam genutzt. Man sieht sich und man kennt sich. Wichtig ist die \u00abIntegration der Lehrpersonen\u00bb: Etliche von ihnen unterrichten sowohl in allgemeinen als auch in sonderp\u00e4dagogischen Gymnasialklassen. Auf dem Bild (f\u00fcr Vergr\u00f6sserung ins Bild klicken) ist ein Theaterp\u00e4dagoge zu sehen. Hier arbeitet er mit Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung, er f\u00fchrt aber auch Theaterprojekte mit anderen Gymnasialklassen durch.<\/p>\n<p>Die Schule steht dazu, dass sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in diesem Alter nicht mehr alle mit den gleichen Themen befassen. Das stelle aber die integrative Ausrichtungen w\u00e4hrend der Volksschule nicht in Frage &#8230; jede Lebensphase habe ihre Form, und die d\u00fcrfe durchaus auch wechseln.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler mit einer geistigen Behinderung k\u00f6nnen sich w\u00e4hrend ihrer Zeit im Gymnasium \u2013 wie alle anderen auch \u2013 auf eine berufliche T\u00e4tigkeit vorbereiten. Ein Profil weist in Richtung Gastronomie, eines fokussiert auf die Bereiche Hauswirtschaft und Textilien, ein weiteres auf einfache T\u00e4tigkeiten im Bereich Motorfahrzeugmechanik. F\u00fcr alle Profile gibt es Folgeinstitutionen, die eine Mischung zwischen marktwirtschaftlichem Betrieb und gesch\u00fctztem Arbeitsplatz darstellen. F\u00fcr die kognitiv weniger leistungsf\u00e4higen Jugendlichen stehen gesch\u00fctzte Werkst\u00e4tten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>K\u00f6rperbehinderte Jugendliche haben hier ideale infrastrukturelle Bedingungen (Hilfsmittel, bauliche Anpassungen, in die Schule integrierte Physiotherapie sowie wenn n\u00f6tig assistierte Wohngemeinschaften). Alle k\u00f6nnen frei w\u00e4hlen, ob sie in einer Gymnasium-Grossklasse (mit Assistenz) oder in der speziellen Gruppe lernen wollen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.buf.kristianstad.se\/rg\/\">Weitere Informationen<\/a> zur sonderp\u00e4dagogischen Abteilung des Reichsgymnasiums Kristianstad<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Reichsgymnasium in Kristianstad wechseln sich ganz normale Gymnasialklassen ab mit Lerngruppen von Jugendlichen mit k\u00f6rperlicher Behinderung und solchen von Jugendlichen mit geistiger Behinderung &#8230; alles unter einem Dach. Einige Worte zum Schulsystem in Schweden: Vom Vorkindergarten bis zum Abschluss der obligatorischen Schule lernen die Kinder und Jugendlichen grunds\u00e4tzlich gemeinsam. Eine Aufteilung beispielsweise in verschiedene &#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/peterlienhard.ch\/blog\/?p=375\" class=\"more-link\">Continue reading &lsquo;Integrative Schule &#8230; und was kommt dann? 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